Konzeptionelle Grundgedanken
Hemmungen vorbeugen, Schwellenängste abbauen
Die ästhetische Früherziehung der OFFENEN WERKSTATT ermöglicht bereits
Kleinkindern erste spielerische Kontakte mit verschiedenen Werkstoffen. Auf diese
Weise werden schon früh positive Erfahrungen ermöglicht.
Vielfältige Materialerfahrungen
Eine Fülle von Materialien und Techniken steht zum Probieren bereit. Fachlich
fundierte Arbeitsweisen, korrekte Werkzeugführung und ökonomisches Arbeiten wird
von einem geschulten Dozententeam vermittelt.
Förderung der Persönlichkeitsentwicklung
Stärkung von Persönlichkeit und Selbstbewusstsein
Die Arbeit in der OFFENEN WERKSTATT ist geprägt von Eigenverantwortlichkeit
und Selbstbestimmtheit. Die Dozenten fördern den persönlichen Kontakt und die
gezielte Hilfestellung für den Teilnehmenden. Sie helfen eigene Ideen umzusetzen
und verschiedene Lösungswege zu erproben.
Persönlichkeitswerkstatt, kreativ ohne „Material"
Durch die Auseinandersetzung mit uns selbst lernen wir uns besser kennen,
entdecken Fähigkeiten und Grenzen und erobern uns neue Freiräume. Erst wenn wir
unsere Möglichkeiten bewusst wahrnehmen, können wir beginnen, sie zu
beeinflussen und gezielt neu zu gestalten.
Ganzheitliches, mit allen Sinnen Lernen
Das Ganzheitliche Lernen bietet den notwendigen Ausgleich zum vorwiegend
kognitiven Schulstress der Kinder oder zur kopfdominierten Arbeit vieler
Erwachsenen. Lernprozesse laufen auf vielen Ebenen ab und Erfahrungen sind um
so einprägsamer, wenn sie mit verschiedenen Sinnen verbunden werden.
Soziales Miteinander, entspannte, positive Arbeitsatmosphäre
Die OFFENE WERKSTATT ist eine gewachsene Einrichtung, die vom guten sozialen
Miteinander des Teams stark profitiert. Die positive Stimmung sorgt für eine
freundliche und entspannte Arbeitsatmosphäre, frei von Druck und
Konkurrenzdenken.
Der Weg als Erfahrung
Das Produkt steht nicht im Mittelpunkt des Interesses - vor allen Dingen bei unseren
Kinderkursen. Wichtiger sind die Erfahrungen, die auf dem Weg zur Lösung einer
gestalterischen Aufgabe gemacht werden. Kreatives Denken und
Problemlösungsmechanismen werden angeregt und können auf alle Lebensbereiche
übertragen werden. Eine besondere Form des prozessorientierten Arbeitens sind die
Ferienwerkstätten, die zusammenhängende Projekte zum Thema haben.
Die Konzeption der OFFENEN WERKSTATT
Geschichtlicher Überblick
Walter Graser, ein Pfälzer Künstler, gründete 1973 in Bad Dürkheim eine „Malschule"
unter dem Dach des Volksbildungswerkes. Im gleichen Jahr, am 29. Oktober 1973,
erfolgte der Umzug in die frei gewordenen Räume des städtischen Kindergartens in
der Kirchgasse in Bad Dürkheim, worauf sich die Institution offiziell in OFFENE
WERKSTATT umbenannte. Der Träger der Einrichtung war noch bis einschließlich
1983 die Stadt Bad Dürkheim.
Nach fünf Jahren des erfolgreichen Arbeitens geriet die OFFENE WERKSTATT in
eine Entwicklungskrise. Im Jahr 1983, nachdem Walter Graser zum Jahresende
gekündigt hatte, drohte die Schließung wegen schlechter Besucherzahlen und
steigender Defizite. In dieser Situation übernahm 1984 der Kunstverein Bad
Dürkheim die Trägerschaft der OFFENEN WERKSTATT.
Ab dem Jahr 1985 wurden der OFFENEN WERKSTATT auf Betreiben des
Kunstvereinsvorsitzenden Siegmund Crämer neue Räumlichkeiten zur Verfügung
gestellt. Die Stadt Bad Dürkheim kaufte einen alten Winzerhof, das „Haus Catoir" an
und richtete ein Kulturzentrum ein. Dieses beinhaltet heute neben der OFFENEN
WERKSTATT die städtische Musikschule, die Stadtbücherei und das
Heimatmuseum, sowie Räumlichkeiten für weitere kulturelle Veranstaltungen.
30 Jahre Konzeptionelle Gedanken der OFFENEN WERKSTATT
In einem am 16.05.1973 entstandenen Entwurf einer Konzeption schreibt Walter
Graser als Einleitung: „OFFENE WERKSTATT ist die Bezeichnung einer
Begegnungsstätte für Menschen jeglichen Alters. Mit Hilfe kultureller Techniken
sollen das Selbstdarstellen, das Selbsterfahren und -erkennen sowie die offene
Kommunikation darüber angeregt, erweitert oder wiederhergestellt werden" (Graser
1973, Entwurf, S. 1). Er stellt die Interessen und Bedürfnisse und die Freiheit des
Menschen in den Mittelpunkt der kunstpädagogischen Arbeit. Das Wort „offen", das
Gegenteil von „verschlossen, abgeschlossen, eingeschlossen", steht für den
Charakter der Begegnung, deren Verarbeitung und deren Auswirkungen" (Graser
1973, Entwurf, S. 1).
Ab 1986 übernahm Hannelore Glaser die Leitung der OFFENEN WERKSTATT. Um
der Öffentlichkeit einen Einblick in die Arbeit der OFFENEN WERKSTATT zu bieten
und die eigene Position gegenüber der Stadt Bad Dürkheim zu festigen, verfasste
Hannelore Glaser 1993 eine Konzeption und eine Selbstdarstellung der Einrichtung.
„Persönlichkeitsbildung und Erziehung zum sozial verantworteten Verhalten
bestimmen die Ziele der Arbeit in der OFFENEN WERKSTATT. Dahinter steht das
Menschenbild eines starken, selbstbestimmenden und handlungsfähigen
Individuums, das sich als Teil einer demokratischen Gesellschaft sieht." (Glaser
1993, Konzeption, S. 3). Vier Punkte sind dabei besonders wichtig. Die Besucher der
OFFENEN WERKSTATT sollen:
„LERNEN, sich mit gestalterischen Mitteln zunehmend differenzierter zu artikulieren
(Bild, Bewegung, Spiel, Sprache),
GEFÖRDERT WERDEN, ihre persönlichen Ausdrucksformen zu entdecken, zu
entwickeln und zu behaupten,
ERFAHREN, dass unterschiedliche Formen von Kulturen nebeneinander bestehen,
regionale, traditionelle und neue Formen (Brauchtum und zeitgenössische Kunst),
ERKENNEN, dass Kultur auch immer etwas mit Kommunikation und Verständigung
zu tun hat." (Glaser 1993, Konzeption, S. 3).
Im September 1998 übernahm Karin Paul die Leitung der Einrichtung von Hannelore
Glaser. Einer der wichtigsten Punkte des konzeptionellen Ansatzes Karin Pauls ist
die Überzeugung, dass der kreative Umgang mit verschiedenen Sinnen,
Werkzeugen und Materialien einen wesentlichen Beitrag zum ganzheitlichen Lernen
und zu Persönlichkeitsentwicklung leistet.
Die
Offene Werkstatt als Kultur-Dienstleister
(aus
der Konzeption des Trägervereins vor der
Übernahme 2003)
Kreativität und Werkstatt-Charakter
Die Offene Werkstatt stellt, nach den Worten ihres Gründers Walter Graser “ein Verknüpfungsfeld kultureller, emotionaler, intellektueller, räumlicher, zeitlicher, finanzieller, sozialer, handwerklicher, informationstechnischer und noch vieler anderer Faktoren” dar. Dieser Versuch der Beschreibung eines ganzheitlichen, systemischen Werk- und Lernraumes spiegelt die Überzeugung des Gründers dar, dass kreative und künstlerische Prozesse nicht nur bloße Freizeitbeschäftigung, sondern vielmehr ein persönlichkeitsförderndes und -bildendes Trainingsprogramm darstellen. Auf dieser Erkenntnis fußt der Werkstatt-Gedanke, in dem der sprichwörtliche künstlerische Freiraum ebenso nötig ist wie fachkundige (handwerkliche bzw. pädagogische) Anleitung; ein Konzept, das deutlich über ein klassisches Kursangebot beispielsweise der Volkshochschulen hinaus weist. Daher fühlt sich der neue Trägerverein dem Grundgedanken der Gründer und den Konzeptpapieren von Walter Graser und Hannelore Glaser weitherhin verpflichtet, empfindet sie als Richtschnur.
Einbindung in die Stadt Bad Dürkheim
Die Offene Werkstatt ist als kreative Einrichtung ein Teil der Kulturarbeit der Stadt Bad Dürkheim. Sie ist hier räumlich und personell verwurzelt und ihre Arbeit ist ohne die städtischen Zuschüsse und Sachleistungen, insbesondere den Unterhalt der Werkstatt-Räume im Haus Catoir nicht denkbar. Gleichzeitig bereichert die Arbeit der Werkstatt das Gemeinwesen der Stadt durch die ehrenamtliche Arbeit und die Angebote insbesondere für Familien. Die kreativen Angebote sind tatsächlich und werden wahrgenommen als Teil der Kulturarbeit der Stadt Bad Dürkheim und bilden in deren Kanon eine besondere Stimme bzw. eine besondere Dienstleistung.
Das ehrenamtliche Netzwerk
Die Geschichte und die Angebote der Offenen Werkstatt sind eng verknüpft mit dem ehrenamtlichen Engagement der MitarbeiterInnen (gemeint sind im internen Sprachgebrauch die Honorarkräfte), die die Werkstattarbeit weit über ihre Einzelangebote entwickelt haben und tragen. Die Breite und Qualität des Angebots, das überregional Beachtung findet, fußt wesentlich auf dem Engagement dieses ehrenamtlichen Netzwerkes. Solche Ressourcen müssen systematisch für die Weiterentwicklung des Angebotes genutzt und das Engagement durch gestalterische Freiräume honoriert werden. Der neue Trägerverein sieht hier seine große Chance und Verpflichtung.
Der Kultur-Dienstleister
Gleichzeitig stellt die Offene Werkstatt einen Dienstleister dar, der möglichst kundenorientiert und wirtschaftlich arbeiten und so die Tragfähigkeit seines eigenen Konzeptes beweisen muss. Dazu gehört ein stabiles organisatorisches und finanzielles Gerüst ebenso wie die Vermittlung und Bewerbung der besonderen Stärken und Eigenheiten im Bereich von Kunst, Kultur und Bildung. Ziel des neuen Trägers muss es sein, den Aspekt des wirtschaftlichen Dienstleisters stärker zu entwickeln und die Stärken der Institution regional und überregional bekannt und nutzbar zu machen.
Produkt/Dienstleistung
Leistungsspektrum
· Bereitstellung von Kursen und freier Arbeit mit handwerklichem, die Kreativität entfaltendem und künstlerischem Schwerpunkt für alle Altersgruppen.
· Erlernen von unterschiedlichsten handwerklichen Techniken, materialgerechtem und –ökonomischem Umgang und korrekter Werkzeugbenutzung.
· Unterstützung von Kindergärten, Schulen und Erwachsenengruppen in schulischer und persönlicher Bildung.
· Bereitstellung von Ferienangeboten für Kinder
· Eröffnung vielfältiger Wochenendkurse und Kompaktseminare, die auch auf überregionalen Zuspruch zugeschnitten sind.
· Förderung von Kreativität als zusätzlich mögliche Meinungsäußerung.
· Betonung des sozialen Miteinanders und Lernens aller Teilnehmer in schöner Atmosphäre.
· Angebot einzigartiger Feste und besonderer Ausstellungen im ansprechenden Haus Catoir.
Kurzbeschreibung
Die Offene Werkstatt stellt ein umfangreiches Angebot an Techniken und Themen in der Phantasiewerkstatt, der ästhetischen Früherziehung, den Kinderkursen, Ferienwerkstätten, Kindergeburtstagen, Arbeitskreisen für Erwachsene, Kurse und Workshops für Erwachsene, Ausstellungen und Festen zur Verfügung.
Einen besonders freien Zugang zu der Einrichtung und zum kreativen Arbeiten gewährt die Offene Arbeit für Kinder und Erwachsene. Ein Kreis erfahrener MitarbeiterInnen gewährleistet fachlich fundierte Einführungen in zum Teil sehr anspruchsvolle Techniken, Werkzeuggebrauch und Materialnutzung.
Die Wochenendkurse und Workshops finden auch überregionalen Anklang und wirken als zusätzlicher Anziehungspunkt für unsere Stadt.
Die Werkstatt bietet Kindergarten-, Schul- und Erwachsenengruppen die Möglichkeit der schulischen und persönlichen Weiterbildung. Durch gemeinsame Projekte mit der Musikschule, dem Pfalzmuseum, der Stadtbücherei, dem Heimatmuseum und Kindergärten und Schulen wird die Vernetzung der unterschiedlichen Einrichtungen der Stadt Bad Dürkheim gefördert, und ein reger Austausch findet statt.
In schöner Atmosphäre und durch menschliches Miteinander kann Kreativität als neue mögliche Meinungsäußerung erfahren und Freizeit sinnvoll für alle Altersgruppen und Bevölkerungsschichten gestaltet werden. In diesem Aspekt liegt ein Beitrag der Offenen Werkstatt zur altersgerechten Persönlichkeitsentwicklung u.a. zur Gewaltprävention.